Samstag, März 12, 2016

Rilkes Blick– Rilkes Gesichter

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“Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge”, der einzige Roman des als Dichter gefeierten Rainer Maria Rilke, gilt als schwierige Lektüre. Als er ihn fertigstellte, war Rilke gerade 35, aber er war weit gereist und er hatte auf unvergleichliche Art Reisen und Leben, Kindheit und Liebe, scharfe Beobachtung und üppige Phantasien zu einer besonderen Prosa verdichtet. Wieviel Kraft  und Haltung ihr abzugewinnen ist, wieviel Spannung und Witz im vermeintlich düsteren, elegischen Text steckt – darüber durften wir bei “Leben Lesen” gestern Abend staunen. Gespräche über Rilkes Reisen und Bezugspersonen unterhielten die Gäste ebenso wie die musikalischen Intermezzi von Annegret und Bernd Müller (Gesang, Gitarre) und Achim Quellmalz (Klarinette). Die “literarische Jamsession” weckte Lust auf mehr Rilke, Lust auf mehr große Literatur.