Sonntag, Dezember 18, 2016

Weihnachtsgeschichten

20160311_201637.jpg

Annegret und Bernd Müller (Gesang, Gitarre) und Achim Quellmalz (Klarinette) gestalten inzwischen gemeinsam mit mir unsere Literaturabende im Atlantic Parkhotel in Baden-Baden. Seit 2013 gehört dazu auch der Nachmittag des 24.12.; mit Geschichten und Liedern stimmen wir auf den Heiligen Abend ein. Auf Nussknacker und Mausekönig" von E.T.A. Hoffmann folgte 2014 "Weihnachtsschmuck: Friede - Freude - Eierkuchen?", ein unterhaltsamer Dialog zwischen Bruder und Schwester, die sich ihrer Kindheit erinnern. Die Geschichte ist in meinem literarischen Weblog veröffentlicht. Lachend über schräge Episoden aus Zeiten des Mangels fragen sich die Geschwister: Könnten wir uns andererseits heute noch so von der Weihnacht verzaubern lassen? Was ist geblieben vom Entzücken, von der Stimmung jener Jahre, als kleinste Geschenke die Augen leuchten ließen?

Hotelgästen und Hotelleitung gefiel das so gut, dass sie sich einen alljährlichen "Weihnachtskaffee" im Kaminzimmer wünschen. 2015 amüsierten sie sich über "Die Weihnachtshasserin". Eine Probe dazu habe ich  als Video auf YouTube hochgeladen. Das Programm für 2016 wird noch nicht verraten.

Mittwoch, September 14, 2016

Keine Angst vor netten Leuten




cover1930aDer gelernte Jurist Kurt Tucholsky wurde durch seine spitze Feder berühmt. Als Kritiker und Kommentator in der „Weltbühne“ spießte er in den wilden zwanziger und den frühen dreißiger Jahren schlechte Texte, alte Krieger und junge Schwadroneure auf – er machte sich aber auch über Menschliches-Allzumenschliches lustig.
tuenche_red


Der gelernte Schauspiel-Regisseur Immo Sennewald lässt „Tuchos“ satirisches Feuerwerk wieder funkeln, zündet seine Pointen und macht mit aktuellen Texten neue Leuchtraketen scharf. Dazu gibt‘s musikalische Improvisationen: Swing, Jazz, Chanson.

14. Oktober und 30. Dezember 2016, 20 Uhr im Kaminzimmer des "Atlantic-Parkhotel", Gotheplatz 3, 76530 Baden-Baden

Technorati Tags: ,,,,,,



Samstag, September 10, 2016

Freunde oder bloß fb?

Wohnort, Heimat, ZufluchtFraglos war's eine wichtige Erfahrung, fraglos waren unter den fb-Kontakten, etwas hochtrabend Freunde geheißen, wirklich interessante, kluge, poetische, witzige Menschen mit lesenswerten Texten und ansehnlichen Fotos, aber nach sieben Jahren (wie die Zeit vergeht!) kann ich dem "Sozialen Netzwerk" nur noch wenig abgewinnen, es frisst andererseits unverhältnismäßig viel Zeit, betrachte ich auch nur das rasche "Drüberscrollen" bei Banalitäten, Pöbeleien, Panikmache, -zigfach Geteiltem, Werbung, ... .
Drum habe ich meinen fb-Account heute stillgelegt. Wer wirklich an meinen Gedanken, Reflexionen, Pointen, Fotos interessiert ist, findet meinen Weblog - und kann den direkten Meinungsaustausch suchen, dafür gibt's obendrein die "Literatur"-Community bei google+, twittern werde ich auch bisweilen.

Viel besser gefällt mir der persönliche Umgang mit Freunden: Er ist unersetzlich, es kann einer gar nicht genug Zeit darauf verwenden, Freundschaften zu pflegen, die den Namen verdienen, noch dazu, da seine Lebensspanne erkennbar gegen Null geht. In diesem Sinn: Willkommen hier oder bei meinen Veranstaltungen etwa im "Atlantic Parkhotel" in Baden-Baden. Die nächste wird am 14. Oktober sein und hat den Titel "Keine Angst vor netten Leuten". Satirische Texte von Tucholsky bis heute stehen auf dem Programm.

Mittwoch, Mai 11, 2016

Kernkraft Wellness Punk – eine deutsche Komödie (I)

Radioactive 

Zeit und Ort: Zwischen 1989 in Berlin, in den USA zur Jahrtausendwende und in Deutschland heute

1
Musik (Punk)
Marion: (Vor einem Foto, das sie als Punkerin mit 18 zeigt, leichthin) Für Sie hab ich das vorgekramt, das Foto und dieses Ding (zeigt einen großen Porzellanteller, lacht.)
Wie waren Sie damals, Ende der 80er Jahre? Und wo? Ost, West? Ihre Welt: russisch, … ääähh sowjetisch, kommunistisch unterworfen oder frei dank Amerika seit über vierzig Jahren? Oder waren Sie einfach nur Bundesbürger – jenseits von Gut und Böse? Wussten Sie schon, was wird? (lacht) Ich bin jetzt ... die Endform von erwachsen, längst aus den Kinderschuhen. Kinderkrankheiten – alle überstanden, die Hörner abgestoßen, lange her. Nichts wächst sich mehr aus, schief bleibt schief, Träume eingekeilt in Wirklichkeit, Erinnerung zurechtgebogen, nichts wird mehr, wie's war – aber wie war's?
Komisch – was niemals altert, sind doch Träume. Mädchenträume … so fing meiner an: (Sie stellt den Teller auf den Rand, dreht ihn mit kräftigem Schwung, so dass er kreiselt, das Geräusch wird immer lauter, während sie abgeht, dabei wird aus dem Foto die echte Punkerin Marion, die hin und her über die Bühne hetzt. Aus dem Hintergrund brüllt Lehrer Beitler)
Lehrer Beitler Bleiben Sie stehen! Halt! Stehenbleiben, Sie kommen doch nicht weg!
Anton (steht plötzlich vor Marion, hält sie auf) Was ist denn los?
Marion Punk O Scheiße. Idiot, lass mich los!
Lehrer Beitler Halten Sie sie fest! Das ist ein Vorkommnis mit Folgen, Grosse, Marion! Dacht ich's doch! Danke, Anton, gut gemacht, man sieht doch gleich, was ein Genosse ist.
Anton Ich bin nur Kandidat.
Lehrer Beitler Klassenbewusst, diszipliniert, wie's einem künftigen Wissenschaftler ansteht, nehmen sie sich ein Beispiel, Grosse, das heißt: sowieso egal, Ihr Abitur können Sie sich (beginnt zu lachen) buchstäblich abschminken, na, davon wenigstens versteh 'n Sie was, von Schminke. Ich sehe Sie um eins dann beim Direktor. (ab)
Anton Tut mir leid.
Marion Punk Wieso? Du bist doch gleich eins rauf mit Mappe, Streber. Fühlt sich gut an, nicht?
Anton Was du da grad gemacht hast …
Marion Punk … das Vorkommnis: Sabotage, vorsätzlich den Unterricht gestört …
Anton war toll! Der Teller wollte gar nicht aufhören zu tanzen. (hebt den Teller auf) Ich hab sowas noch nie gesehen. Und gehört. Eigentlich habe ich dich gesucht, weil …
Marion Punk (lacht) Möchtest du nochmal? Kommt sowieso nicht mehr drauf an.(sie dreht den Teller ein zweites Mal. Ehe er lärmen kann, fängt Anton ihn ab)
Marion Punk Und nun?
Anton Ich habe dich gesucht, weil ich dich fragen wollte: Würdest du mit mir zum Abiball kommen?
Marion Punk (lacht) Was fürn Angebot, na schön, komm du mit mir heut Abend an den See, dann kannst du meiner Clique mal zeigen, wie toll du meine Tellerdrehung findest. Und deinen Einstand geben, der mein Ausstand wird von dieser Schule: „Freundschaft!“ liebe Freunde, macht euern Sozialismus ohne mich! (Black, Musik)
2
(Spot)
Marion Mein See, Kies-See, ich darin als Nixe und kiese mir den Streber für mein Herz. Ach Anton! (lacht) Er hat wirklich den Direktor bequatscht, mir noch ’ne Chance zu geben, macht aus dem Teller ein Experiment, hängt gleich 'ne Hausarbeit dran: Physik, das wirklich Letzte von letzter Chance! Wie war ich verliebt – und eifersüchtig! (Die Bühne wird von einem Lagerfeuer erleuchtet, darum sitzt die Punkerclique. Musik aus einem Kassettenrekorder) So lange her, so kurz die Zeit. Die Kinder groß geworden, unsere, fahren in der Welt herum. Wir auf Mopeds damals durch den Osten. Ziellos zerstreut unterm Diktat der fremden Ziele, voll Sehnsucht aufeinander zu, erschrocken voneinander weg, wenn wir’s nur spürten: der - ein Spitzel auch, will alles wissen, horch und guck und Lug und Trug. Wissen stank nach dem Mief der Macht, Träumen war Halt, Freiheit ein glühender Schmerz vor tausend Zäunen. (geht ab, während die Musik lauter, die Bühne hell wird, Anton und Marion Punk, abgeschminkt und mit „zivilisierter“ Frisur treten auf)
Marion Punk Hey Jungs, das Bier schon warm?
Basti Wie siehst du aus? Wo sind die Würste, und was für ‘n Würstchen schleppst du an?
Anton Ich bin Anton, hätte zwei Granaten anzubieten.
Basti Hey, echter Whisky. Stasi oder Westler?
Marion Punk Er ist okay, Basti, hält mir Ärger vom Hals. Musste mich leider etwas entschärfen, sonst kein Abi.
Tina Wegen dem Typ da machst du dich zur Tussi?
Basti Trink ein Bier, Genosse, auf die Freundschaft.
Tina Und den Abschied, weil’s einer wird, nicht nur von der Schule diesen Sommer, vom See auch. Er wird eingezäunt. Nur das Strandbad bleibt. Gegen Eintritt.
Marion Punk Woher weißt du...
Tina Ordnung, Sicherheit und Disziplin, Genossen! Die sozialistische Datschenbewegung braucht Platz, da müssen schon mal ein paar Hektar Wildwuchs weg. Und Basti zieh‘n sie ein. Er geht drei Jahre zur Asche.
Marion Punk Bist du bekloppt?
Basti Fürs Studium. Mit meinen Noten krieg ich den Studienplatz nur nach drei Jahren Fahne. Prost!
Marion Punk Auf die Anpassung. Danke, Anton, dass du mir hilfst mich anzupassen. Los, braten wir die Würste. Das Feuer braucht Nachschub. Jungs, schafft Holz, sonst kriegt ihr nix zu futtern. (Anton, Basti, 2 Punker ab)
Tina Du hast ein Schwein.
Marion Punk Wegen Anton? Du bist nicht eifersüchtig auf die Speiche – oder? Du hast Basti, den Muskelmann. Dazu den Basti Senior mit Gemüseladen (lacht) aus Ostkohl und Südfrucht wird Westauto.
Tina Nicht komisch. Basti ist längst abgemeldet und ich bin schwanger von ‘nem Italiener.
Marion Punk Du bist …
Tina Genau. Mit Basti schlaf ich schon ein halbes Jahr nicht mehr. Nur Show. Mein Vater bringt mich um.
Marion Punk Wegen der Schwangerschaft?
Tina Wegen dem Italiener. Kanake, Westler, Klassenfeind: ‚Ich kann nicht glauben, dass du uns das antust, unser Vertrauen gröblichst hintergehst!‘ Gröblichst! So redet der. Und schlägt.
Marion Punk Dann schlag zurück. Hau ihm den Schädel ein. Oder was willst du?
Tina Na was schon, Klinik. Nächste Woche. Haste mal ’ne Lulle? (Sie rauchen)
Marion Tina, die Superbraut treibt ab. Kein Land in Sicht, wo die Zitronen blühn.
(Hermann kommt)
Marion Punk Was willst du hier?
Hermann Ich hätte ein paar Fragen. An dich. Nicht im Beisein dieser jungen Dame. Lassen Sie uns allein?
Marion Punk Tina bleib, der Typ hat nichts zu sagen. (Sie dreht den Punk lauter, singt) Hermann, mein roter Bruder schleicht nächtens um den See. Ist dir zu kalt in Moskau, Held der SED? Oder schickt Gorbatschow dich heim? Darauf mach ich mir einen Reim, Der deutsche Musterschüler wird zum Keim … (Geräusch von brechendem und splitterndem Holz, Gejohle der jungen Männer, die Bauholz heranschleppen, ins Feuer werfen).
Hermann Du solltest wenigstens ab und zu an die Familie denken. Deine Mutter ist…
Marion Punk Meine Mutter schuftet sich in der Klinik ab, den Haushalt besorge ich, okay? Und was ich mit meiner Freizeit mache, geht dich gar nichts an.
Hermann Du treibst dich rum, das sehe ich. Schule hört man, ist dir ein Ort zu provozieren, statt dankbar zu sein für Bildung, die du dem Staat verdankst.
Marion Punk Bildung zum Nicken. Mitmach-Training. (Sie ahmt Honeckers Fistelstimme nach) ‚Meine Liebe, meine Treue dem soschelschischen Vatrland!‘ Freundschaft! von Honis Gnaden. Wo nichtmal mehr die ‚Freunde‘ unverdächtig sind, Gorbatschow geht als Gespenst in Osteuropa um, während die ‚Brudervölker‘ Polen, Ungarn euch den Hintern zeigen, soll ich Margots Parolen wiederkäuen, Honi sei Dank, ich glaub mein Schwein pfeift.
Hermann Halt den Mund! Das muss ich mir nicht anhörn. Feindlich-negativ die Einstellung, das zeigst du dreist vor diesen Leuten. Du machst uns Schande, mir und Deiner Mutter.
Marion Punk Lass gut sein, roter Bruder. Deine Karriere ist mir scheißegal.
Hermann Das hat ein Nachspiel. (ab)
Marion Punk Du feiges Bonzenschwein.
Basti Ärger? Soll ich ihm hinterher?
Marion Punk Bloß nicht.
Anton Wer war das?
Marion Punk Mein idiotischer roter Stiefbruder, demnächst Diplomat in Diensten der DäDäRÄäää nach erfolgreichem Studium w unwersisitetje imjeni Lomonossowa.
Tina Nette Familie. Was ist mit Whisky? Los, saufen wir auf unsere tolle Zukunft! Auf den Punk! (alle trinken)
Marion Punk Als in Peking Panzer über Studenten walzten, hat Hermann applaudiert. Ein treuer Fan von Egon Krenz „Hoch die internationale Solidarität! Hoch die internationale …“ (alle außer Anton stimmen in den sarkastischen Sprechchor ein)
Anton Sie machen wirklich alles kaputt. Sogar die Physik.
Tina Hoppla Marion, was hat dein neuer Freund?
Anton Ich meine ja nur. Solidarität ist doch eigentlich gut. Die Naturkräfte … sind doch zum Guten da, nicht für Atomraketen. Und … ach, Scheißpolitik. Trinken wir.
Punker 3 Atomkraft ist überhaupt Scheiße, siehst du doch an Tschernobyl.
Tina Keiner will das Zeug mehr. Macht kaputt, was euch kaputt macht! Scheiß auf Kernkraftwerke! Macht kaputt, was euch kaputtmacht! (wieder nehmen alle den Rhythmus auf, skandieren, brechen Holz, werfen es ins Feuer)
Marion Punk Na los, Anton, was ist, mach mit und fang die Scheibe. Hier geht der Punk ab! (Musik wird extrem laut, alle grölen, singen durcheinander, spielen Frisbee mit Plastiktellern. Von fern ist ein Martinshorn zu hören, kommt näher)
Basti Scheiße die Bullen, nichts wie weg!
(Blaulichter, Suchscheinwerfer, Rufe „Halt, stehenbleiben, Volkspolizei!“, hektisches Gerenne der Punks gegen Zäune, Teller fliegen, in einer Slapstickszene entwischen alle nach und nach, nur Anton und Marion werden festgenommen, das geschieht mit brutaler Härte. Black oder Tableau.)







































































Montag, April 04, 2016

Ins Offene

IMG_20160404_165226_1Jeden Jahres Wunder geschieht wieder, und ich kann niemals genug davon haben. Wenn einer als Kind das Glück hatte, so viel Zeit wie möglich im Freien zu verbringen, die Zauber der sich wandelnden Natur zu schauen, alle Farben, Klänge, Gerüche der Landschaften aufzunehmen und sich tief mit dem Augenblick zu verbinden, dann mag er niemals davon lassen, wird immer wieder aufs Neue vom vermeintlich Vertrauten überrascht.

Noch ein Frühlingsgedicht? Ja. Jeder Lenz ist - so oft sich aus Dreck, Wasser, Sonnenlicht Milliarden Blätter, Blüten, Myzelien bilden - ein anderer. Bilde ich mir ein, dass die Vögel schreien vor Lust und Glück? Mag sein. Ich lasse mich einfach anstecken.

Frühlingstag. Libellenflug.
Flirrend tilgt mit Blau und Grün
Laue Luft den längsten Winter
Nie sind Eis und Schnee genug
Nie muss Hoffnung sich bemühn.
Frühling findet uns als Kinder
Sonne zählt nicht ihre Tage
Gras fragt nicht wie lang es bleibt
Nicht die Blüte, was sie treibt
Nicht mein Mund, warum ich klage.
Deine Küsse werden Flüge
In die schwimmenden Pastelle.
Lachend fallen Vogelzüge
In des Jahres grüne Welle.

Samstag, März 12, 2016

Rilkes Blick– Rilkes Gesichter

20160311_201637

“Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge”, der einzige Roman des als Dichter gefeierten Rainer Maria Rilke, gilt als schwierige Lektüre. Als er ihn fertigstellte, war Rilke gerade 35, aber er war weit gereist und er hatte auf unvergleichliche Art Reisen und Leben, Kindheit und Liebe, scharfe Beobachtung und üppige Phantasien zu einer besonderen Prosa verdichtet. Wieviel Kraft  und Haltung ihr abzugewinnen ist, wieviel Spannung und Witz im vermeintlich düsteren, elegischen Text steckt – darüber durften wir bei “Leben Lesen” gestern Abend staunen. Gespräche über Rilkes Reisen und Bezugspersonen unterhielten die Gäste ebenso wie die musikalischen Intermezzi von Annegret und Bernd Müller (Gesang, Gitarre) und Achim Quellmalz (Klarinette). Die “literarische Jamsession” weckte Lust auf mehr Rilke, Lust auf mehr große Literatur.

Donnerstag, Februar 11, 2016

Der fremde Blick


“Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben…”

Diese Verse aus Rilkes “Herbsttag” kennt fast jeder – und sollte man meinen, dass sie ein junger Mann von kaum 27 Jahren schrieb?

In den Pariser Jahren zwischen 1902 und 1910 entstand auch das bedeutendste Prosawerk des Poeten: “Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge”. Sein besonderer Blick auf die Stadt und ihre Bewohner überrascht Leser immer noch – und öffnet die eigene Sicht auf den Alltag, auf das Tun und Treiben von heute. Rilke lässt uns darüber nachdenken, wie wir uns selbst wahrnehmen – und täuschen.

Bei unserer “literarischen Jamsession” am 11. März um 20 Uhr wollen wir, angeregt durch Rilkes Lyrik und Prosa wieder “Leben lesen”, also Erfahrungen, Meinungen, Widerspruch zu Wort kommen lassen. Musik zwischendurch wird den Abend beschwingen.

Im Kaminzimmer des “Atlantic Parkhotels” am Goetheplatz in Baden-Baden beginnt Immo Sennewald damit wieder seine Reihe literarischer Talkrunden; wegen beruflicher Verpflichtungen in Braunschweig hatte er sie unterbrochen. Nur zu Weihnachten konnten Gäste des Hotels und andere Literaturfreunde sich von seinen Geschichten unterhalten lassen. Sie gefielen so gut, dass die Leitung des Hauses daraus dauerhaft in ihrem Programm kulturelle Glanzlichter machen möchte. Immo Sennewald – Baden-Badenern als Autor von Romanen und Produktionen des SWR bekannt – ist ihrem Vorschlag gern gefolgt.