Freitag, Juni 30, 2006

Abend

Die Sonne geht und lacht mir ins Gesicht
„Ermann dich, alter Geck, was hoffst du noch zu schonen?
Dein Tag ist flüchtig, also säume nicht
Und such dein Glück dort, wo die Wolken wohnen".
Schon steckt sie mir den Himmel an und Feuer zieht
Von Berg zu Berg, zum Rhein, zum Rand der Welt.
Und während in die Täler Asche fällt
Der Mond schmerzlich erstaunt herniedersieht
Die Galaxien über unsere Zukunft lachen
Will ich allein mit dem Vergangenen wachen.

Sonntag, Juni 25, 2006


 

Altes Schloss


Rot hinterm Hügel, wo Frankreich ist
Der Brand kehrt zurück aus geschleiften Burgen
Abendstern, der sich selbst vergisst
Glitzert durchs Blau, keine Zeit wird ihm lang.
Alle die Steine, noch warm vom Blut
Sonnengetränkt unter Wanderstiefeln
Reden vom Leben, die Buche zieht Wurzeln
Fichten krallen und Farne sich fest
Leuchte, mein Mond, der Kauz ruft die Stunde
Da wir uns endlich der Zeit vermählen
Und uns nicht länger mit Plänen quälen.
Wir sind mit Sternen und Felsen im Bunde.


Mittwoch, Juni 21, 2006

Sommer



Komm, meine Sonne, tränke meine Haut

mit Lichtgefühl, durchdringe meine Lider,

erweck die Düfte aller Sommer wieder

und alle Blüten, die ich je geschaut.



Mach aus der Zeit ein kosmisches Gewebe

und schmilz die Uhren ein zu schwarzem Schaum.

Zieh mich auf deiner Bahn zum Weltensaum,

mach mich zum Augenblick, in dem ich lebe.